Der folgende Fragenkatalog bezieht sich auf die Angehörigen, diesem Bereich möchten wir als Selbsthilfegruppe eine gesonderte Ebene bieten. Gedanklich ist es noch nicht genau ausgereift......trotzdem sinnvoll. Wir sind auf Ihre Tipps und Hilfe angewiesen.

Hier geht es uns um die Frage, welche Konsequenzen hat das Verhalten nahestehender Angehörigen im Umgang mit dem Betroffenen Glücksspieler.

Natürlich ist es enttäuschend, wenn die gut gemeinten Ratschläge von nahen Angehörigen ignoriert werden.

Gerade hier ist es notwendig, die Hilfsangebote für betroffene Angehörige zu kennen. Vor allem ist es wichtig, sich zu positionieren, d. h. das Problem anzusprechen und nicht mehr zu verheimlichen. Wenn ich helfen will, muss ich eine klare Position beziehen. Erfahrungen zeigen, dass die Auseinandersetzung mit der Glücksspielproblematik u. a. auch zu einer (postiv) veränderten Persönlichkeit z. B. in den Beziehungen führt.

 

Selbsttest zur Co-Abhängigkeit

 

Um ihr eigenes Verhalten zu erkennen, beantworten Sie bitte die folgenden Fragen mit JA oder NEIN! 

  • Fühle ich mich stark, wenn der Abhängige sich schwach fühlt?
  • Werde ich von der Verwandtschaft oder Nachbarschaft gelobt, weil ich so tapfer bin?
  • Fühle ich mich zum Lügen und Decken von Unregelmäßigkeiten gezwungen, weil ich meinen
          Partner nicht ausliefern will?
  • Hängen meine Gefühle sehr stark von der Situation des Partners ab?
  • Kümmere ich mich um alles, weil der Partner es nicht mehr kann?
  • Habe ich Angst, der Abhängige könnte aggressiv werden, wenn ich mit ihm über Spielen rede?
  • Vermeide ich es, mit anderen Leuten über das Spielproblem meines Partners zu reden?
  • Habe ich meinem Partner schon mal mit Trennung bzw. Scheidung gedroht, weil er so viel spielt?
  • Ärgere ich mich, weil mein Partner meine Ermahnungen nicht ernst nimmt?
  • Habe ich häufiger das Gefühlt, dass ich gegen den Spielabhängigen Partner machtlos bin?
  • Habe ich schon häufiger Drohungen, die ich den Betroffenen gegenüber ausgesprochen habe,
          nicht wahr gemacht?
  • Habe ich das Gefühl, dass das Spielen eine immer wichtigere Rolle in der Partnerschaft spielt?
  • Übernehme ich zunehmend Aufgaben, die mein Partner eigentlich ausführen könnte?
  • Bin ich in letzter Zeit häufiger deprimiert und verzweifelt, weil sich am Spielverhalten des
          Partners nichts ändert?
  • Bin ich wegen psychosomatischer Beschwerden in ärztlicher Behandlung?
  • Weiß ich manchmal nicht, woher ich das Geld für den Haushalt nehmen soll?
  • Wechseln meine Gefühle für den Partner häufiger zwischen tiefen Hass und großer Liebe?
  • Habe ich das Gefühl, dass mein Partner noch tiefer abrutscht, wenn ich ihn verlasse?
  • Weiß ich nicht mehr, wie es weiter gehen soll, weil ich so verzweifelt bin?

 

Wenn Sie mehr als acht Fragen mit "ja" beantwortet haben, liegt eine Gefährdung vor, und Sie sollten Kontakt mit einer Selbsthilfegruppe oder Beratungsstelle aufnehmen.

 

Glücksspielsucht ist eine Krankheit. Betroffene merken meist zu spät, welche Konsequenzen ihr Spielverhalten hat

In Bielefeld sind die Angehörigen in die Gruppe integriert. Dieser Weg ist trotz mancher Probleme überwiegend  positiv. Wir teilen wegen der Gruppengrösse die Gruppe zu den individuellen Gesprächsthemen. Angehörige geben gerne Ihre eigenen Erfahrungen weiter.